Brazzaville bietet uns seinen privaten Tennisclub als Heimstätte an. Wir dürfen kostenlos und in einer Parkanlage mitten in der Stadt zwischen den Luxusautos der reichen Oberschicht campen. Es gibt eine Bar, einen Pool und den Sanitärbereich mit Duschen und Toiletten für uns. Was es wieder nicht gibt ist Sprit, alle Tankstellen sind geschlossen. Ich spreche einen Fahrer an um herauszubekommen wo er denn seinen Sprit besorgt um seinen Chef durch die Stadt zu kutschieren und er zeigt sich sofort hilfsbereit – Volltreffer. Am nächsten Morgen meldet er sich wir sollen asap in die Stadt kommen. Er stellt uns „seinen“ Tankwart vor und wir bekommen erst einmal 40 Liter und später mehr, wenn eine neue Lieferung kommt. Wir erledigen noch unsere Besorgungen im „Super-U“, machen eine Stadtrundfahrt und finden auf dem Weg zu unserem Tennisclub eine Tankstelle an der gerade Hektik ausbricht, weil sie scheinbar öffnet. Dunja kämpft sich durch die aufgeregte Menge und wir dürfen an die Zapfsäule. Nochmal 60 Liter, wir können weiter fahren.



Gegen Mittag erreichen wir Camp Abio. Eigentlich war das mal unser Ziel im Congo als wir unsere Route geplant haben. In Camp Abio leben Gorillas, die in europäischen Zoos aufgewachsen und hier wieder ausgewildert werden sollen. Das gelingt auch erfolgreich, im Moment leben 3 Gorillas auf zwei riesigen Inseln, der Primat aus London allerdings schon seit 10 Jahren, er hat schon viele Kollegen kommen und gehen sehen, hat jedoch immer noch nicht gelernt sich selbstständig von dem zu ernähren was der Dschungel so bietet. Nach einem heftigen Gewitter am Nachmittag und in der Nacht starten wir am nächsten Morgen zu dem Bootstrip zur täglichen Fütterung den man als Tourist begleiten kann. Nach einem wilden Ritt durch den geschlungenen Wasserlauf des Louna kommt man schließlich den Gorillas sehr nahe. Zwischen unserem Boot, dem Ufer und den beiden Gorillas liegen vielleicht 2 bis 3 Meter – das ist unter Berücksichtigung der Größe und des Geruchs der Tiere ziemlich wenig. Man versichert uns aber, dass die Tiere mindestens genauso wasserscheu sind wie ich und deshalb keine Gefahr besteht.
Für uns ist der Trip mehr als beeindruckend den Gorillas so nah zu sein, auch wenn die Tiere – noch nicht – in Freiheit sind. Und wir finden ein Gorilla im Congo mit Aussicht auf Auswilderung sieht tendenziell besser aus als unsere letzte Gorillasichtung in Hellabrunn mit zwei Schulklassen auf Wandertag um uns herum.












Angefixt von unserem Besuch im Camp Abio nehmen wir Anlauf noch weiter in den Norden Congos zu reisen um im Odzala-Kokoua Nationalpark die dort lebenden Flachland-Gorillas zu besuchen. Ca. 7.500 Tiere sind dort zuhause. Wir überqueren den Äquator und stehen 2 Tage später vor der Imbalanga-Lodge. Wir erklären uns gegenseitig wie unsinnig es wäre für über 1.000 US$ dort zu übernachten und checken 10 Minuten später ein. Jeder der das Lodge-Leben kennt, weiß mit welchem Aufwand man sich dort um unser Wohlergehen kümmert und wir selbst lassen es über uns ergehen. Die Lodge selbst hat in Laufdistanz zweigeschossige Aussichtsplattformen vor den sogenannten „Bai’s“, großen Dschungel-Lichtungen, durch die regelmäßig die Wald-Elefanten und Gorilla-Herden ziehen. Gleich Morgens um 6:30 Uhr sitzen wir im zweiten Stock auf der Lauer und bestellen uns das Frühstück auf den Hochsitz. Es gibt Omelette, frisch gebrühten Kaffee, eine Auswahl von Säften und Kuchen. Unter uns sitzt ein Mitarbeiter des Nationalparks der hier 10 Stunden täglich Tiere zählt. Weder er noch wir haben viel zu tun, und beim unermüdlichen Blick in das stechende Grün des Dschungels fallen uns ab und zu die Augen zu: in dem kurzen Sekundenschlaf reiten Flachlandgorillas auf Waldelefanten über die Lichtung. Nach fünfeinhalb Stunden auf dem Hochsitz ziehen wir uns zum Lunch in die Lodge zurück und lassen den Wildzähler mit seinem leeren Blatt zurück. Schade, es ist Checkout-Time.










Wer es bis hier her geschafft hat erhält noch einen Hinweis aus der Redaktion: aus unerfindlichen Gründen komme ich nicht mehr ins Backend meiner Seite und aus Termingründen nicht dazu mich darum zu kümmern. Ich erstelle das ganze jetzt am Handy, das ist mühsam und das Ergebnis nicht schön. Sorry dafür, ich arbeite daran. Wer die aktuelle Statistik auf der Startseite vermisst, hier das Update:
Gefahrene Kilometer: 10.128 km
Getankt: 1.910,45 Liter
Macht 18,9 l/100 km
Bei einem Durchschnittspreis von 0,94 €/l
Wir sind 70 Tage unterwegs und waren 2 Tage im Hotel
Die gpx-Datei mit unserem Track gibt es auf Wunsch auch per E-Mail bis alles wieder läuft.



So tolle Bilder – weiter ganz viel Freude auf eurer Reise