Die Goldgräber im Congo

Wir verlassen Pointe-Noire und das Hotel nach einem fulminanten Frühstück. Die Stadt ist fahrtechnisch ein Grauen: es hat geregnet in der Nacht die Straßen sind ein Offroadgelände das es in sich hat: für die 10 km bis zur Stadtgrenze benötigen wir 2 Stunden, alle Tankstellen sind geschlossen und wir hoffen auf flüssiges Gold außerhalb der Stadt, aber es bleibt bei der Hoffnung, die nächste Hoffnung ist die Hauptstadt Brazzaville.

Dazwischen liegt die Auberge Le Vigoureux, ein Belgier hat sich dort vor 15 Jahren in einem Haus aus der Kolonialzeit niedergelassen und bietet seinen Garten zum Übernachten an. Wir verstehen nicht alles über die Geschichte des Hauses, nur dass Herr Vigoureux schon 1935 wusste, dass hier Gold zu finden ist und die alte Tradition wird bis heute fortgesetzt. Jan, so heißt unser Host, vergibt bis heute Lizenzen auf das große Glück. Einer seiner Angestellten führt uns hinters Haus in den Urwald und schon bald sehen wir wie hier der Urwald umgegraben wird. Wir kennen das noch aus Guyana (Link) und dachten uns schon damals unseren Teil. Was wir hier sehen ist aber nochmal eine Klasse darunter: die Menschen arbeiten sich mit Schaufeln durch den Urwald, die die es sich leisten können haben Diesel-Pumpen vor dem Waschbrett, die anderen sieben von Hand den lehmigen Boden durch.

Um die Grabungen herum ist ein Dorf entstanden in dem es alles gibt was der Goldgräber braucht: Bottelstores, Prostituierte, ein bisschen Hardware für die Arbeiter und die Bank die denen Geld leiht die nichts finden und das was gefunden wird in Geld wechselt.


Mit Jan besuchen wir noch die 80 Jahre alte katholische Kirche im Nachbarort. Früher der spirituelle Mittelpunkt im Dorf, heute gehen die Menschen in die 30 neugegründeten Kirchen, in denen jeweils gegen Geld verschiedene Varianten von Glück, Vergebung und Hoffnung angeboten werden.

Jan besorgt uns noch 75 Liter Benzin auf dem Schwarzmarkt der für uns unzugänglich bleibt, bis Brazzaville sind wir versorgt.

Die Fahrt nach Brazzaville läuft geschmeidig.

Ein Kommentar

  1. Arme geschundene Erde, arme geschundene Menschen. Das Haus von Jan und die Hütten der Goldgräbersiedlung können kontrastreicher nicht sein. Gut getroffen.

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