Über Obelix

Über Obelix

Die wichtigsten Daten

0 PS
Leistung
0 NM
Drehmoment
0
Zylinder
1 l
Tankinhalt
1 cc
Hubraum
1 l
Wischwasser

Obelix

Der Plan

Eigentlich ist es ganz einfach: erst virtuell dann reell! Trotzdem beginnt alles auf einem weißen Blatt Papier oder auf einem leeren Bildschirm. Bevor wir angefangen haben, gab es tausende Klicks auf Blogs, Besuche auf Messen und Veranstaltungen. Immer auf der Suche nach den guten Beispielen, Anregungen und Tipps.

Und weil wir als Architekten Häuser planen, dachten wir natürlich nie daran uns Papp-Möbel zu bauen um zu wissen wie ein Innenausbau funktioniert. Wir machten lieber einen Plan mit unzähligen Varianten.
Unser Rat: mit Papp-Möbeln wäre es schneller gegangen 🙂

Virtual-Reality im wahrsten Sinne des Wortes. Dazwischen liegen zwei Jahre und viele Stunden Arbeit für extrem Fahrzeuge.

Diese zwei Jahre waren aber auch eine gute Vorbereitung auf unsere Reise: man lernt Geduld zu haben, das können wir bestimmt noch brauchen.

Für uns war es eine einfache Entscheidung, dass wir zunächst in der 3,5 Tonnen-Klasse landeten. Erstens waren wir dort „Zuhause“, weil alle unseren bisherigen Reisen – ob mit unserem Defender, oder mit Mietfahrzeugen – immer in dieser Fahrzeugklasse stattgefunden haben.
Wir fühlen uns aber auch wohl, was Beweglichkeit, Platzverhältnisse, Reisegeschwindigkeit und Geländegängigkeit betrifft. Außerdem reisen wir gerne auf „Augenhöhe“ in fremden Ländern.

Und: wir reisen eben gern. Das bedeutet bei uns, dass der große Vorteil großer Reisemobile, nämlich auch für längere Zeit autark zu sein, bei uns nicht punkten konnte.  Wie alle Diskussionen zu diesem Grundsatzthema geht es auch hier um Kompromisse. Wir haben noch kein Fahrzeugkonzept gefunden das alles kann.

Mit dieser Entscheidung ist zwar der erste Filter gesetzt, doch was nun? Die Auswahl an Basisfahrzeugen bis 3,5 Tonnen ist groß und im Prinzip hatten wir ja unseren Dicken. 

Eigentlich fiel zunächst die Entscheidung gegen den Defender. Emotional war das so ziemlich der schwerste Schritt. Wir liebten unseren Dicken, wir hatten unvergessliche Erlebnisse mit ihm – und er hat uns nie im Stich gelassen. Klar war für uns aber auch, dass wir mit ihm nicht auf Weltreise gehen werden. Für uns wären es zu viele Kompromisse in Sachen Platzangebot und Langzeitreisetauglichkeit gewesen.

Auch wenn Rainer jahrelang etwas anderes behauptet hat, ist vieles rund um das Fahren selbst im Defender objektiv eine Fehlkonstruktion 😊. Man kann das schönreden, aber nach unserem Albanien-Urlaub mit hohem Offroad-Anteil stand fest: wir wollen uns auch beim Fahren unterhalten, wir wollen auch mal durch die Seitenscheibe etwas sehen und Rainer will wieder „hinter“ einem Lenkrad sitzen und nicht neben -oder besser – an einer B-Säule. Wenn der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ stimmt, war für uns klar, dass wir das in unser Entscheidung berücksichtigen wollen.

Für die weitern Kriterien Größe und Gewicht, Geländegängigkeit, Radstand bzgl. einer geeigneten Kabine, Zuverlässigkeit, Servicenetz, Ersatzteilversorgung, Anschaffungs- und Unterhaltskosten wurde die Luft für ein G-Modell (Preis), Defender (hatten wir ja schon) schnell dünn. Nach zwei Urlauben in Botswana und Sambia mit einem Land Cruiser waren wir uns sicher: der wird es.

Obelix

Der Wagen

Legendär: der Toyota Land Cruiser Heavy Duty der 7er-Serie!

Unser Modell: ein GRJ 79 Single-Cab. Mit dem langen Radstand eine solide Basis für die Kabine, denn nach der Demontage der Pritsche bleiben 1,5 Tonnen Zuladung.

Serienausstattung:
  • Fahrer- und Beifahrer-Airbag, ABS, Lackierung Beige 4E9
    Klimaanlage manuell
    Radiovorbereitung
    Nebelscheinwerfer
    TFL
  • Elektrische Fensterheber
    Zentralverriegelung mit Fernbedienung
    Elektrisch einstellbare Außenspiegel
  • Differentialsperren vorne und hinten, 100%
    Manuelle Freilaufnaben AVM
    Erhöhte Luftansaugung

 

März 2017: Obelix ist in Deutschland angekommen!

So hat er genau einen Tag ausgesehen, danach wurde zerlegt und umgebaut. Rainer konnte es nicht lassen, ist die 350 km nach Schwenningen und zurück, um ein paar Bilder für’s Archiv zu schießen. 

 

Die Kurzantwort lautet vereinfacht: warum nicht!? Zwar fiel unsere Kaufentscheidung Ende 2016 inmitten einer unsäglichen „Diesel“-Debatte, im Prinzip hatte sie damit aber nichts zu tun. Nachdem die Entscheidung für den Land Cruiser bereits getroffen war, ging es nur noch darum fast 10 T€  mehr für einen 1 HZ-Diesel mit 130 PS auszugeben (ohne Turbo/Ladeluftkühler-Umbau, Filter- Wasserabscheider und sonstiges „Overlander“-Equipment für nochmal 8 T€) , oder einen 1GR-FE V6 Benziner zu nehmen, den wir für unser Kampfgewicht v.a. mit der Kabine dann für besser befanden.
Beim Rest hilft ein Taschenrechner: Bei ca. 10 bis 15 % Mehrverbrauch beim Benziner und einem Preisdelta beim Sprit von ca. 10 % kann man schon mal 3 bis 400 Tkm mit dem Benziner vornewegfahren.
Außer Dunja’s früherer Fiat 500 ist Obelix unser erster Benziner im Haus. Und nach den ersten 35 Tkm können wir sagen: ein tolles Auto, schnurrt schön 😊. Über unsere weiteren Erfahrungen werden wir berichten.

Das ist immer die erste Frage. Eigentlich komisch, da man die Antwort ohnehin diskutiert und relativiert, denn wir alle wissen, dass nirgends mehr gelogen wird als bei Verbrauchsangaben.
Wir nutzen folgende Formel für die Berechnung:
• getankte Liter / gefahrene Kilometer x 100 😊
und dokumentieren seit ca. 25.000 km nach dieser Formel. Ergebnis: 16, 91 l/100 km. Wir werden das weiter checken. Im Moment haben wir mit der montierten Rad/Reifen-Kombination noch eine etwa 5%-ige Tachoabweichung und müssen noch entscheiden mit welcher Kombi wir auf Reisen gehen.

Jede Menge, hier eine Übersicht:
  • Als erstes: Rostschutzpaket für Unterboden und Hohlraumversiegelung
  • Umbereifung auf 285/75/16, vorne deshalb Kotflügelverbreiterung, hinten je 30 mm Spurverbreiterung
  • Verstärkte Hinterachse mit Scheibenbremsten + ABS
  • Umbau Fahrwerk: OME vorne +50, hinten +400 einschl. Radflo Dämpfer
  • Umbau Hecktank: dort sitzt nun das Reserverad dafür kam ein 105 l Mitteltank unter das Auto und die Auspuffanlage auf Sidepipes umgebaut.
  • Seilwindenstoßstange „extrem“ einschl. Seilwinde T-Max Seilwinde XEW 12500 mit Kunststoffseil und Einbau von TFL und Nebelscheinwerfern
  • Scheelmannsitze Traveller F mit Sitzheizung
  • Tempomat
  • Und ein bisschen Sound: für außen eine laute Hupe (Nautilus Compact :-)) und für innen ein paar Boxen.

Zunächst lief die Suche nach einem Basisfahrzeug und der Kabine mit Ausbau unabhängig voneinander. Bei der Kabine hatten wir folgende Kriterien für uns ausgemacht:
Gewicht / Stabilität / Flexibilität für den Ausbau / Erfahrung im Kabinenbau / Lieferzeit / natürlich der Preis. Und: jenseits aller technischen Prämissen waren es Beratungskompetenz, eine funktionierende Produktionsstätte, die persönliche Betreuung, Variantendenken vs. „das machen wir immer soundso“, alles aus einer Hand vs. fragmentierte Arbeit von Zulieferern. Also eher die „soft facts“.

Wir fanden es hat auch etwas mit Vertrauen zu tun wem man sein Sparbuch anvertraut.

Gefunden haben wir das Team vonextrem Fahrzeugein Schwenningen, die uns in allen Punkten überzeugt haben. Wir wissen nicht wer am Ende mehr Geduld mitbringen musste: wir, die eine nervenaufreibende Wartezeit hinter uns bringen mussten, oder das Team von extrem das unsere Wünsche (und Sonderwünsche) in die Tat umsetzen sollten und dabei immer professionell geblieben sind. Von uns ein großes Dankeschön dafür an extrem und die Menschen hinter dem Namen: man darf nicht unterschätzen was da von allen geleistet wurde.

Wir haben das bekommen was wir wollten und ein bisschen mehr: mit Obelix steht seit Juni 2017 unser Traumauto am Start.

Obelix

Die Kabine

Der geschweißte Aluminium-Rahmen der Kabine im Rohbau. 

Das Ganze sitzt auf einem Hilfsrahmen auf dem Rahmen des Land Cruisers. Der Durchstieg zum Fahrerhaus ist auch schon zu sehen.

Anstelle des originalen Hecktanks kommt an gleicher Stelle das Ersatzrad unter das Auto. Der fehlende Hecktank wird durch einen größeren Mitteltank ersetzt.

Der dort wiederum sitzende Hauptschalldämpfer wird durch zwei Side-Pipes ersetzt.

Die Wandpaneele aus Alu-Sandwich-Platten werden auch von innen mit Alu-Profilen an den Außenrahmen geklebt und vernietet.

Der 80l Wassertank sitzt auch schon an seinem Platz.

Obelix

Der Ausbau

Unsere Ausbau besteht aus HPL-beschichteten Birke-Multiplex-Platten, Vollmetall-Scharnieren und Kompressions-Verschlüssen. 

Bei aufgestelltem Hubdach haben wir bis zur Fahrerkabine volle Stehhöhe. 

In den Schränken: über 2.000 l Stauraum.

Eigentlich wollen wir „draußen“ leben, aber es gibt auch schlechtes Wetter. und wir wollten auch im Auto ein „Bad“.

Wir haben es schon ein paar Mal ausprobiert: ein/zwei Regentage können wir auch im Auto verbringen, zu sehen auch im Bilder-Karussell unten.

Die 40l Engel Kühlbox sitzt auf Schwerlastauszügen und aufgrund des Gewichts ganz vorne und gegenüber dem Wassertank.

Um von außen schnell an kaltes Bier zu kommen, gibt es am Heckeinstieg noch eine kleine Kühlschublade. 

Es sind viele Klassiker, die wir für eine längere Reise mit an Bord haben. Vieles davon sind Kompromisse, da wir uns nicht auf „das Eine“ Reiseprofil festlegen können. Es wird mal kalt, mal heiß, oft ruppig aber auch mal langweilig werden.

Wir wollen autark sein, oder auch einfach mal campen. Unser Setup dafür sieht so aus:

  • Küche/Bad:
    Wir haben 80 l Wasser an Bord und eine Wasserentkeimung über eine Filteranlage.
    In der Kabine gibt es ein Waschbecken für die Katzenwäsche, außen haben wir einen Anschluss für die Außenküche oder zum Duschen. Fließendes Warmwasser haben wir (noch) nicht. 
    Kochen können wir innen und außen. Wir haben eine 3 kg Gasflasche an Bord und über ein Stecksystem können wir den Herd innen und außen nutzten.
    Wir haben eine 40l Engel Kühlbox für Dunja’s Gemüsevorräte im Auto und hinten an der Hecktür eine 30 l Engelkühlschublade für den schnellen Zugriff auf Getränke und: Gemüse.
    Unser Plan hatte auch ein ausziehbares Porta Potti vorgesehen. Wir hatten noch eines aus dem Defender. Letztendlich haben wir das nun 10 Jahre unbenutzt spazieren gefahren und immer auf den Notfall gewartet. Der kam nicht und wir haben es jetzt rausgeschmissen und einen tollen Auszug für Getränke und Vorräte 🙂
  • Schlafzimmer:
    Im Hubdach haben wir ein Bett mit ca. 140/210 cm mit einer richtigen Matratze. Da das Hubdach auch vorne über eine Schere hochfährt, kann man in beide Richtungen schlafen. Wir können auch bei zugeklapptem Dach schlafen, Dunja auf der Sitzbank und ich auf dem Boden mit einer LuMa. Wir hatten uns gegen ein Bretter-Puzzle entschieden um für diesen Ausnahmefall auf einer Ebene schlafen zu können.
  • Wohn-/Esszimmer:
    Wie gesagt: eigentlich findet das Leben außerhalb des Autos statt, aber wir haben es schon ein paar mal getestet, man kann es auch mal ein paar Tage im Auto aushalten, ein Wohnmobil es aber nicht.
  • Mit dabei ist noch:
    • Eine feste Solaranlage auf dem Dach mit 100 W und ein Faltmodul mit 120 W, falls das Auto mal im Schatten steht
    • Eine Webasto Warmluftheizung
    • Ein fest eingebauter Kompressor 
    • Eine Markise über der Außenküche
    • Eine Elektroinstallation mit einem B2B Lader für die zweite Batterie, ein Landstromanschluss und ein 230 V Konverter für Dunja’s Fön und den Smoothie-Mixer 

Zuviel ist die ehrliche Antwort! Wenn wir vollbepackt losfahren, alle Tanks und die Vorräte aufgefüllt sind und wir im Auto sitzen bringen wir etwa 3.350 kg auf die Waage. An dem Thema arbeiten wir noch 🙂

Defender

Der Dicke

Unser Land Rover Defender. Ein 110-er TD4 von 2009.

Unser erstes Reisefahrzeug und ein treuer Begleiter auf vielen Reisen.

Mit dem Dicken sind wir erst zu viert mit den Kindern und später zu zweit unterwegs gewesen. Der erster Umbau war zunächst das Hubdach.

Später kam dann ein kompletter Innenausbau mit Flight-Case-Profilen in den Defender. Gemeinsam mit „offgemöbelt“ ein riesen Spaß! 

we are on our way