Hello Angola

Mit dem Grenzübergang nach Angola betreten wir nun Neuland. Endlich dürfen wir wieder rechts fahren und unsere spärlichen Portugiesisch-Kenntnisse hervorkramen. Die Formalitäten an der Grenze sind in zwei Stunden erledigt, und entgegen den Berichten anderer wird das Carnet de Passage vom Zoll akzeptiert wir dürfen allerdings nur 30 Tage im Land bleiben. Andere administrative Dinge wie Geld wechseln und eine SIM-Karte besorgen erledigen wir am Straßenrand unter großer Anteilnahme der Menschen in dem kleinen Grenzdorf. Gut so, im nächsten Dorf mit einer kleinen Bank spukt der ATM kein Geld für uns aus, das wird uns jetzt öfter passieren.

Ab jetzt heißt es auch wieder abends nach einem Schlafplatz suchen an dem wir uns wohl und sicher fühlen. Angola kämpft immer noch mit den Folgen eines jahrelangen Bürgerkriegs, das Land ist auch nach vielen Jahren immer noch geplagt von den vielen Landmienen die noch nicht vollständig geräumt werden konnten. So einfach wie wir in anderen Ländern einfach mal querfeldein ein Nacht-Quartier finden ist das hier also nicht. In der ersten Nacht finden wir ein schönes Plätzchen in einem Steinbruch, wir stellen uns den Wecker auf 6:00 Uhr um abreisebereit zu sein, bevor die Arbeiter am nächsten Morgen anrücken.

Im Steinbruch

Wir finden ja: immer dort wo es keinen Tourismus gibt sind die Menschen zu den Touristen am nettesten. Es wird gewunken, die Leute sind neugierig, freuen sich uns zu sehen und ja: sie wollen uns auch was verkaufen, allerdings das was sie eben sonst auch verkaufen. Statt Arm-, Fuss- und Halsketten oder mit Schuhcreme aufpolierte Antiquitäten gibt es lebende Hühner, Fische und Gemüse „to go“.

Hendl to go

Den ersten Supermarkt und eine Tankstelle finden wir in Lumbago, wir übernachten in der Stadt neben dem Fussballstadion und packen ein was geht um nicht wirklich lebende Hendl kaufen zu müssen. Weil auch die Wasserversorgung nicht überall gesichert ist, füllen wir unseren Tank mit 5l- Wasserflaschen. Hinter Lumbago geht es senkrecht über 1.000 Höhenmeter den Leba-Pass hinunter in Richtung Atlantik. Von den beiden anvisierten Übernachtungsplätzen mit etwas Infrastruktur am Meer ist einer geschlossen und der zweite in einem erbärmlichen Zustand für den ein sagenhafter Preis aufgerufen wird den wir nicht bezahlen wollen. Nach einem langen Fahrtag parken wir im Windschatten von ein paar Büschen und schlafen hundemüde ein.

Der nächste Tag führt uns in den Iona-Nationalpark, es gibt dort die „Lion-Caves“, faszinierende Landschaften und den Versuch wieder Wildtiere anzusiedeln, denn auch hier hat der Bürgerkrieg seine Spuren hinterlassen: der Wilderei ist in der Not der gesamte Tierbestand zum Opfer gefallen. Die „Lions-Caves“ fallen künftig dem Tourismus zum Opfer, die Parkverwaltung hat sich entschieden in die Höhlen die Lounge-Area eines Luxus-Camps zu bauen und nebenan einen Airstrip für die künftigen Gäste. Das macht Sinn, die 250 km Anreise von Namibe haben uns 8 Stunden gekostet, eigentlich um die Höhlen anzuschauen, künftig geht das mit der Cesna in 30 Minuten, dafür gibt es aber keine Höhlen mehr. Wir finden dennoch einen schönen Platz mit Blick in ein hellgrünes Gräser-Meer bis zum Horizont – wunderschön ist das!

Es geht weiter an der Küste und hinter Namibe finden wir auch endlich wieder einen Campingplatz mit Dusche direkt am Strand. 

Inzwischen sind wir in Lobito, haben wieder einen schönen Platz am Strand neben der Alfa-Bar. Wir müssen nichts bezahlen, wenn wir im Restaurant essen. Das machen wir gerne. Für Unterhaltung ist gesorgt, heute gab es eine Hochzeit direkt hinter unserem Auto mit Livemusik und guten Vibes. Ich dachte das passt ganz gut als Hintergrund für den nächsten Vlog:

Summa Summarum sind wir gut angekommen in Angola. Viele Dinge wie Geld besorgen, Einkaufen und Tanken sind etwas mühseliger, aber (Blick in die Zukunft für alle Daheimgebliebenen): hier gibt es ihn schon immer: den Spritpreisdeckel! Seit Jahren festgenagelt bei 300 angolanischen Kwanzas, rund 28 ct!

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