So ein Reiseblog ist eine feine Sache sowohl für die Autoren als auch für die Leser. Wir können schreiben was wir wollen und jeder der es liest kann uns für verrückt erklären, ein bisschen mitreisen oder kann – hoffentlich – in den paar Minuten beim Lesen das vergessen was einem jeden Tag als Untergang der guten alten Zeiten in die Time-Line gespielt wird. Wobei wir heute sogar in der Rubrik „schlechte Nachriten“ etwas dabei haben.
Als erstes reichen wir zum letzten Blog noch die Bilder zu der Hochzeit an unserer Strandbar in Lobito nach. Was für ein schönes Erlebnis für uns und noch mehr für das Brautpaar!
Die drei Tage am Strand sind besonders für mich eine willkommene Pause von vielen Tagen Offroad-Fahren im Iona-NP und einem ganz besonderen Tag in einer Klinik in Namibé.
Man muss wissen: der Iona-Nationalpark ist ein abgelegenes Stück Erde das durch viele Gebirgsketten hindurch erschlossen wurde, man kann sich stundenlang im ersten und zweiten Gang in der Untersetztung durch Flussbetten, Geröll und steile Auf- und Abfahrten durch das Gelände wühlen. Eine Delikatesse für Mensch und Maschine, aber nichts für schwache Knochen und die daran befestigte Muskelmasse.
Schon nach dem ersten Tag war klar: eins von beidem hat nachgegeben und ich wollte Abends einfach nicht mehr aussteigen um Dunja den jämmerlich Anblick zu ersparen beim Versuch in den aufrechten Gang zu kommen. Nach drei Tagen war klar: da stimmt was nicht! Alle Hausmittelchen helfen da nicht, ich muss in eine Klinik. Nachdem ich schon zuhause ungern an mir forschen lasse, ist das in Angola eine um so größere emotionale Zumutung. In Namibé finden wir die passende Umgebung: eine Privatklinik mit allen Disziplinen und technischem Klimbim. Das ganze funktioniert wie eine Abo-Falle im Netz: immer wenn es spannend wird muss man wieder Geld nachschießen um weiter zu kommen.
Ich will aber nicht meckern: für etwa 120,- € habe ich am Ende des Tages einen kompletten Gesundheitscheck hinter mir, sämtliche Eingeweide sind durchleuchtet und ein Röntgenbild meiner Wirbelsäule zeigt was Sache ist: mir hat es einen Wirbel rausgedrückt. Der usbekische Orthopäde bittet mich nach einem flüchtigen Blick in die Rötgenbilder auf die Liege und und ehe ich es mir bequem mache liegt der Typ auf mir – Halleluja! Es wird kurz laut im Zimmer! Das eine sind die Knochen die wieder aufeinander gesetzt werden, das andere bin ich. Mit zitternden Knien stehe ich mit durchgedrücktem Kreuz wieder auf der Straße. So weit so gut!
Es geht weiter Richtung Norden. Auf dem Weg liegen die Cachoeira Binga Waterfalls. Wir finden einen schönen Platz unterhalb der Fälle, schreien uns wegen dem Getöse der Fälle den ganzen Abend an, schlafen aber in dem Geräuschteppich erstaunlich gut.
Wir drehen eine Runde durch die Berge hinter den Wasserfällen um wieder an die Küste zu kommen. Bergauf fahren wir durch den fast schon tropischen Nebel, oben angekommen geht es über ein Hochplateau in der Sonne weiter bis wir abends in der Kitabanga turtle conservation wieder an der Atlantikküste landen und dort auch übernachten können. Wir adoptieren ein Schildkötennest als Gegenleistung für die kostenlose Führung und die Logie und werden es auf dem Rückweg nochmal besuchen, im Moment beginnt erst die Saison.
Heute geht es dann endlich nach Luanda, der Millionen- und Hauptstadt Angolas. Auf dem Weg liegt eine steil abfallende Küstenlinie mit dem passenden Namen „little moon landscape“.
Alles zusammen findet sich auch noch einmal hier:



















Oh je Du Armer! Ich wünsche Dir, dass der Rücken nach der Spezialbehandlung durchhält! Die Landschaft ist sensationell! Take care!
Dankeschön!! Grüße nach Spanien 😉