Wir haben Luanda nach einer langen Woche verlassen. Es ist nicht so, dass uns diese riesige Stadt mit ihren 9 Mio. Einwohnern besonders gefallen hat, wir haben es dennoch genossen Gast bei Luis und Juliette zu sein. Die Campsite in ihrem Garten hat alles was das Herz begehrt, und wir lernen dort noch ein paar Reisende kennen. Luis kümmert sich auch um einen Arzt-Termin für mich, aber das dauert eben. Das Kapitel schließen wir jetzt auch ab: ich habe ein MRT genossen, die Ergebnisse konnten jedoch Vorort nicht analysiert werden: der Arzt ist während des MRT’s verschwunden und hat erst einmal Urlaub. Über ein paar Ecken konnten meine Bilder aber in München begutachtet werden, es geht doch nichts über gute Freunde mit guten Connections😀, und es geht nichts über gute Tele-Medizin.
Rückblick Luanda:
Also: auf in die Demokratische Republik Congo. Wir packen alles in den Obelix was geht, ein guter Rat von Luis der die Strecke und die DRC kennt. Im Grenzgebiet gibt es alles was wir brauchen nur noch auf dem Schwarzmarkt, besonders Sprit. Da es in der DRC keine Tankstellen mehr gibt haben Schmuggler das Geschäft übernommen. Was uns Luis nicht gesagt hat: die Strecke ist ein Grauen und wir brauchen auf den entweder sandigen oder schlammigen (oder beides) Pisten deutlich mehr Sprit und vor allem doppelt so viel Zeit. In der letzten Stadt in Angola stehen hunderte Autos an den drei vorhandenen Tankstellen und warten. Unsere Zeitplanung ist sowieso dahin, wir übernachten hinter der Stadt auf einem Acker und stellen uns den Wecker auf 5:00 Uhr morgens um zu versuchen morgen früh nochmal zu tanken. Die DRC wollen wir möglichst in einem Tag durchqueren um anschließend wieder in der angolanischen Exklave Cabinda wieder einzureisen.
Nach der kurzen Nacht geht es zurück in die Stadt, die Schlangen sind immer noch da, die Leute scheinen dort übernachtet zu haben. Erst bei der dritten Tankstelle verstehen wir das Problem: die warten alle auf Diesel! Freundlich werden wir nach vorne gewunken und können unsere Tanks und Kanister füllen. Ich sags ja schon immer: Benzin ist einfach besser auf Reisen!
Die letzten 50 km bis zur Grenze sind dann wieder ein Offroad-Schmankerl: steil, dreckig, knietiefe Schlaglöcher, staubig und es dauert drei Stunden. Bewundernswert wie die Trucker ihre Container-LKW’s dort durchquälen, nervig weil die verlorenen Container oft den Weg versperren. Die Grenze Angola-DRC läuft geschmeidig in 3 Stunden sind wir durch und stehen am Kongo-River: ein ziemlich beeindruckender Strom! Wir sind ziemlich weit weg von zu Hause und stehen am Kongo – was für ein Moment zum Innehalten!
Unsere Zeitplanung ist nun wieder dahin, wir übernachten noch einmal neben der Straße, Wecken ist um 5:30 Uhr, wir wollen früh an der Grenze sein.
Die Fahrt durch DRC ist erfreulich entspannt, die Überlandstrecken sind für unverschämte 40US$ Road-Tax gut ausgebaut, in den Städten herrscht der übliche Nahverkehr i.S von: man kommt sich sehr nahe. Auch die Ausreise ist in einer Stunde erledigt, die Einreise nach Cabinda ist eine Prüfung. Der Strom ist ausgefallen und man erklärt uns wir sollen einfach weiterfahren „No Problem“. Wir insistieren, weil wir weder gerne illegal im Land sein wollen, noch ohne Zollpapiere an der nächsten Kontrolle in Schwierigkeiten zu kommen. Wir machen also unseren Rundlauf durch die Institutionen und sind nach weiteren 4 Stunden mit allen Zettelchen und Stempeln endlich wieder in Angola.
Wer verstehen will warum man aus Angola durch die Demokratische Republik Congo wieder nach Angola einreist, dem hilft ein Blick in den alten Schul-Atlas und das Protokoll der Berliner Kongokonferenz 1884/85. Damals wurde dem Belgisch-Congo ein Meeres-Zugang zum Atlantik zugesagt und damit das portugiesische Cabinda vom portugisischen Angola abgetrennt. Das ist noch heute so und während damals Cabinda ein wichtiger Hafen für den Sklavenhandel war, werden dort heute vor der Küste Cabindas 70 % des angolanischen Erdöl gefördert.
Weil’s so schön ist, nehmen wir am nächsten Tag gleich noch die Grenze Cabinda-Republik Congo in Angriff. Dann haben wir es hinter uns! Wir haben schon viel erlebt an Grenzübergängen, aber es gibt auch für uns noch Überraschungen: Während man bisher den Eindruck hatte es dauert halt alles ein bisschen länger, aber alle sind sehr bemüht, ist es hier noch entspannter: In jedes Büro in das wir kommen wird einfach geschlafen – kein Witz und nach drei Tagen an Grenzen fehlt uns langsam die Geduld. 6 Stunden später sind wir in der Republik Congo. SIM-Karten und Geld besorgen und dann ab ins Palm-Beach-Hotel in Pointe-Noire: wir brauchen etwas zu essen und eine Dusche!
Das Wetter: es ist heiß! Nach den vergangenen Rekord-Sommern in Europa ist man Temperaturen über 30 / 35 Grad zwar gewöhnt, 100% Luftfeuchtigkeit schaffen dann aber doch noch ein eigenes Klima in den Klamotten. Tendenz: steigend – plus die elendigen Moskitos. Wir fragen uns: was hat das alles noch mit Urlaub zu tun!!??
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