Alles ganz anders

Reisen ist wie ein Projekt. Fast alle, die hier mitlesen wissen was gemeint ist, für die anderen hier kurz die wesentlichen Grundregeln, nach denen Projekte ablaufen:

  1. Die entscheidenden Fehler werden am Anfang gemacht.
  2. Die Beeinflussbarkeit des Ergebnisses ist zu Beginn am größten.

Der Eingeweihte erkennt sofort: das ist beides richtig, aber ein Wiederspruch in sich, also paradox. Deshalb wurde schon früh das Institut der „Änderung“ in Projekten eingeführt. Die Änderung ist das Salz in der Suppe aller Projekte. Änderungen, das hat man früh erkannt, sind am Ende für alle gut, weil sie ganze Heerscharen von Beratern und Experten durchfüttern und dafür sorgen, dass am Projektende niemand mehr weiß, wer für was verantwortlich war. Alle meistens und oft auch nur das Wetter.

Wir haben bspw. erzählt, dass wir sofort nach unserer Ankunft in Montevideo in den Süden fahren. Ziel war es an Weihnachten in Ushuaia zu sein, um dort die Geschenke auszupacken, die uns die Leser dieses Blogs dort postlagernd hinschicken. Nach verschiedenen Beratungen auf dem Schiff mit anderen Reisenden, mit unseren Reiseführern und mit tieferen Kenntnissen des Wetters vor Ort haben wir einfach alles geändert und -klar – können nicht mal was dafür. Also alles wie früher.

Im Moment haben wir ca. 10 Grad in Montevideo, Tendenz in Richtung Süden: fallend. Wir werden nun erst einmal ein paar Tage hierbleiben und unser Chaos im Auto beseitigen und dann in Richtung Norden aufbrechen. Unter Chaos verstehe ich: wir haben zu viel Krempel dabei, den man dann, wenn man ihn braucht nicht findet. Dunja meint: dass bisschen Zeug, das uns geblieben ist, sollte keinesfalls auf den Prüfstand, wir haben ja Zeit beim Suchen. Also informieren wir uns gegenseitig, wo was von wem verstaut wurde und fragen uns regelmäßig ab, wenn etwas in Vergessenheit geraten ist. Umständlich wird das Ganze, wenn gar keiner mehr weiß ob er oder sie etwas verstaut hat.

Also: es geht in den Norden, wir werden Uruguay’s Küste abklappern, dann am Rio Uruguay durch Argentinien entlang nach Brasilien fahren, grobes Ziel: das Pantanal. Leoparden suchen im größten Zoo Amerikas.


Was können wir noch bieten? Vielleicht die letzten Eindrücke vom Schiff…

Irgendwann ist alles vorbei, auch eine Frachtschiffreise. Die letzten Stunden auf dem Schiff waren eine große Verabschiedung unter den Passagieren und bei der Mannschaft. Selbst der Kapitän hat sich richtig ins Zeug gelegt und hat sich einfach komplett versteckt vor uns, die Verabschiedung von ihm war deshalb besonders emotional. Es war echt zum heulen, wie man auf folgendem Bild sieht:

Captains-Dinner am letzten Abend!

Die Ausschiffung und das ganze Hafen-Procedere waren wirklich gut organisiert, ein Agent von Grimaldi hat uns am Schiff empfangen und wir sind ihm durch den Hafen gefolgt bis alle Papiere erledigt waren, 5 Sterne für den Service dort vor Ort. Dann ein letztes Gruppenfoto von allen die mit an Bord waren:

Ich finde den zweiten von links ganz schön…

Schreibe einen Kommentar zu Walter Weihert Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

2 Gedanken zu “Alles ganz anders”