Endlos: Patagonien

Es geht weiter Richtung Süden. Diese Richtung ist in Europa ein Garant für besseres Wetter und Dolce Vita, hier bedeutet das: es wird rauer – das Wetter, die Landschaft, das Leben draußen. Wir fahren entlang der Atlantikküste und wir wissen, das wird bis Feuerland so bleiben. Wir haben zwei furchtbare Tage auf der Routa Nr. 3, es regnet und der Wind ist eiskalt und kommt direkt von vorne. Im vierten Gang Vollgas schaffen wir noch 80 km/h über Grund, bei konstantem Gegenwind von 50 – 60 km/h machen wir kaum Strecke und staunen über die Dynamik der Tankanzeige.

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Suchbild: Blick aus der YPF-Tankstelle

Apropos Tankanzeige: seit Bolivien beschäftigt uns ein Riss im Zusatztank. Wir hatten ihn zunächst mit Knet-Metall, später mit Metallkleber geflickt, aber wir verlieren zunehmend Benzin und entscheiden uns in der nächst größeren Stadt das Thema anzugehen. In Comodoro Rivadavia finden wir Nick, seine Werkstatt heißt „MecaNick“ – wie schön. Er kann Englisch, liegt 20 Minuten unter dem Auto und sagt: „no Problem“, wir können morgen kommen, er baut den Tank aus und schweißt ihn. Um es vorweg zu nehmen: der Tank ist jetzt wieder dicht, wir riechen nicht mehr nach Benzin, es hat aber zwei Anläufe und zwei Tage bei MecaNick gebraucht. Jeder weiß es: ich liebe das Handwerk und nach den zwei Tagen bei Nick noch mehr.

Wir suchen uns ein Plätzchen am Strand und freuen uns über die Gesellschaft von Reni und Marcel. Wir „liken“ uns schon länger gegenseitig auf Instagram, der Reise-Blog der beiden ist auf unserer Favoritenleiste (swissnomads.ch) und wie es der Zufall will nutzen wir beide unterwegs das WLAN-Netz der YPF-Tankstellen in Argentinien um up-to-date zu sein. Über zwei YPF-Tanken im Abstand von nur 250 km hinweg verabreden wir uns. Drei Tage am Strand hinter Rada Tilly und zwei Tage rund um Puerto Deseado verbringen wir mit den Beiden. Reni und Marcel: jetzt „liken“ wir euch wirklich und der Abend zu viert im Obelix mit Bolognese (nicht Polonaise, aber kurz davor) bleibt legendär.

Zurück zu Patagonien. Wir können uns nicht entscheiden: sollen wir schnell durch, weil die Abwechslung fehlt und weil wir nachts das Auto nicht mehr umsetzten wollen um richtig im Wind zu stehen? Oder sollen wir das was Patagonien nun mal ausmacht in vollen Zügen genießen? Also diese endlose Weite, den grandiosen Himmel, das raue Wetter, den unfassbaren Sternenhimmel und die menschenleeren Küsten? Es sind noch 1.300 km bis Ushuaia und bis dahin kommt nichts außer „Patagonien“. Die Distanzen zwischen zwei Duschen werden immer größer, gestern und heute haben wir 250 km davon geschafft. Es ist schwer zu beschreiben, macht euch bitte selber ein Bild. Heute mal ein Roadmovie:

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