Auf den Anden

Wie immer, wenn wir genau wissen was wir machen wollen, kommt es anders als geplant. Denn eigentlich wollten wir so richtig „auf“ die Anden und wir wollten es auf die harte Tour. Das ist uns zwar nicht ganz gelungen, doch die Alternativen die sich geboten haben waren, jetzt im Rückblick, sogar besser. Das ist auch wie immer: Retrospektiven sind unter uns Overlandern ein beliebtes Stilmittel um andern mitzuteilen, dass man alles richtig gemacht hat, auch unter den widrigsten Umständen.

Starten wir in Tinogasta und einer Campsite besonderer Art. Im Prinzip reden wir über das örtliche Freibad, liebevoll betrieben von einer Holländisch/Argentinischen Familie, die wir dort kennen und lieben lernen. Er, Carlos, erkundigt sich für uns über alle fahr- und nicht fahrbaren Tracks durch die Anden und Monique organisiert für Dunja das abendliche Aqua-Gym und einen Termin beim örtlichen Heilpraktiker – eine Woche vergeht wie im Flug. Wir lernen Marcus kennen und machen mit ihm einen zweitägigen Trip zum Balcon de Pissis. Es geht auf 4.800 m Höhe also etwa 800 m über unserer Schmerz-, nämlich der Kopfschmerz-Grenze. Nachts um zwei sind wir kurz davor den Rückzug ins Tal anzutreten, kochen uns Mate-Tee und teilen uns die letzte Tablette gegen die Höhenkrankheit. Nicht schön, aber wie sagt man so schön: wir werden mit einer Aussicht und Landschaften „entschädigt“, die uns wieder einmal ehrfürchtig macht.

Zurück im Freibad erfahren wir, dass wir spontan und völlig umgeplant noch einmal Besuch von Walter und Martina bekommen. Wie schön! Gemeinsam machen wir uns auf den Weg in Richtung Salta und versuchen die Wege durch die Anden zu finden, die in unseren Karten erst gar nicht eingezeichnet sind. Und: wir scheitern. Nach 190 km durch Flüsse und Pässe durch die Anden kapitulieren wir an einem Abschnitt, der zuletzt nur noch in einem Flussbett mit zu hohem Wasserstand entlang führt. Also zurück ins Freibad und zum Aqua-Gym.

Man erreicht Salta schließlich auch auf ordentlichen Straßen und wieder landen wir im städtischen Freibad. Etwas rustikaler als zuletzt, aber wir können die Stadt von dort per Taxi erreichen. Ein Stadtbummel, ein beeindruckendes Museum über die Inkakultur der Umgebung, ein, zwei Caiphi’s zum Kaffee und ein T-Bone zum Abendessen – endlich mal Pause vom Reise-Stress. Denkste! Das Taxi zurück zum Campingplatz müssen Walter und ich durch die halbe Innenstadt schieben bis die Karre anspringt.

Tja und dann heißt es wieder Abschied nehmen von den beiden. Für Walter und Martina geht es zurück nach Deutschland und wir vermissen sie schon am nächsten Tag! Kommt gut nach Hause, nehmt reichlich Nudeln und Klopapier mit, wie wir hören sind das die schönsten Mitbringsel im Moment!

Wir unternehmen einen zweiten Anlauf in den Anden ganz nach oben zu kommen und machen uns auf den Weg nach Norden über die alte Ruta 40, also den legendären Teil, der irgendwann durch eine Teerstraße ersetzt wurde. Wir kommen bis La Poma. Ab dort ist der Pass komplett verschüttet und wir müssen wieder umkehren. Wie schön, wir können diese unfassbar schöne Strecke noch einmal aus einer anderen Perspektive genießen.

Aber was sollen wir hier viel erzählen, als Summary gibt es mal wieder ein Filmchen:

Es ist zwar noch nicht zu Ende mit diesen Anden, der Puna und dem Altiplano, aber die letzten beiden Wochen waren wirklich beeindruckend, haben uns fasziniert und machen Lust auf mehr. Bolivien wir kommen.

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