Detour über Argentinien und Chile

Sorry für die verzögerte Berichterstattung, aber wir hatten viel zu erledigen in den letzten beiden Wochen. Wir hatten Verabredungen, wir hatten Überraschungen bzgl. der Lage in Bolivien und Chile, wir haben den Kontakt zum Internet verloren und wir waren ganz gut mit uns selbst beschäftigt. Man darf sich so eine Änderung der Route durchaus wie die Planung des nächsten Urlaubs vorstellen: was erwartet uns, was liegt auf der Strecke, wie kommt man hin und wieder weg. Was uns fehlt ist ein Reisebüro, Prospekte und ein Sofa mit WLAN. Wir reden viel mit anderen Reisenden, mit unseren Gastgebern und stellen immer wieder fest, dass verlässliche Informationen zur Lage in dieser und jener Stadt nicht zu bekommen sind. Vieles ist Hörensagen, vieles ist Overlander-Latein, manches ist hilfreich, aber vielleicht nicht mehr aktuell.

Was uns hilft und Freude macht ist, dass wir uns im Moment nicht alleine durchschlagen. Wir sind in Argentinien mit Martina und Walter verabredet. Wir haben uns mit den Beiden schon das Vergnügen der Überfahrt von Hamburg nach Montevideo geteilt und jetzt teilen wir uns die Navigation zurück nach Bolivien über Chile. Das hat nicht nur den Vorteil, dass wir uns schon kennen, sondern auch, dass sich viele Dinge ergänzen: das Ziel, der kulinarische Gewinn zweier Küchen und das sichere Backup im unwegsamen Geläuf sehr seeehr einsamer Strecken durch das Hinterland von Argentinien und Chile.

Verabredungen waren früher ein Termin mit Ort/Adresse und Uhr-Zeit, heute mit Koordinaten und dem ungefähren Tag. Funktioniert auch.

Dunja und ich reisen also von Tupiza/Bolivien nach Argentinien, lösen alle Grenz-Rätsel (diesmal haben wir uns und die zuständigen Beamten z.B. gefragt warum wir keinen Ausreisestempel für Bolivien bekommen!? Antwort: es gibt hier keinen) und warten in Humahuaca/Arg. auf unsere Verabredung mit Martina und Walter. Die Zeit vertreiben wir uns mit Höhen-Training auf die umliegenden 4.000-er und einem freudigen Wiedersehen mit Christian und Nadja, die wir bereits in Tupiza und Sucre getroffen hatten.

Am 21.10 starten wir dann zusammen in Richtung Chile und entscheiden uns für den Passo de Sico um dort nach Chile einzureisen. Das Grenzrätsel lautet dieses Mal: wenn zwei Autos zur gleichen Zeit nach Lebensmitteln durchsucht werden, warum wird dann in einem Fahrzeug (in diesem Fall unseres) quasi alles konfisziert und im anderen Auto nur ein symbolischer Apfel und ein Stück Käse. Wir fragen nicht nach um die Herrschaften nicht zu verwirren und wundern uns lieber über das was uns sonst so geboten wird: unbeschreibliche Landschaften, Farben und Pisten, von denen wir vorher nicht wussten, ob wir danach noch alle Teile am Auto haben.

Am 24.10.2019 erreichen wir San Pedro de Atacama. Unsere Start-Rampe für einen neuen Anlauf nach Bolivien über die Lagunen-Route, wir werden berichten.

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