Salz-Lagunen, -Seen, -Hotels und -Krusten

San Pedro de Atacama: wir nähern uns von oben und es sieht von Weitem aus wie eine Oase Mitten in der Wüste. Das ist es auch für uns, wir müssen Wasser und Vorräte auffüllen für unsere Tour über die „Lagunen-Route“, unter uns Overlandern ein „must“. Legendäre Geschichten über Freud und Leid spektakulärer Landschaften und gebrochener Dämpfer und Achsen, sowie der Herausforderungen für Mensch und Maschine aufgrund der Höhe, der Kälte und dem Dauersturm der dort tobt.

Es gibt zum Glück nicht „die“ Lagunen-Route, es gibt ein weit verzweigtes Netz von Pisten, die einen führen durch einsame Gebirgszüge, die anderen transportieren Touristen zu den Hotspots. Dazu packt man 6 Rucksacktouristen mit ihrem Gepäck und Proviant in einen Landcruiser, 200 l Benzin aufs Dach und knüppelt in zwei/drei Tagen zwischen den Touristenorten hin und her. Immer neue Geschwindigkeitsrekorde und übermüdete Fahrer beenden Urlaubsträume oft auf grausame Weise, wir staunen regelmäßig, wenn wir diese Wege kreuzen.

Auf einer langen Geraden starten wir unsere Tour von San Pedro aus in Richtung chilenisch/bolivianischer Grenze. Von 2.400 m üNN sind wir in zwei Stunden auf 4.500 m üNN an der Grenzstation, die Kopfschmerzen kommen wieder, die Pferdchen unter der Motorhaube werden müde. Wer mag, kann die Route auf der Startseite nachfahren, oder man klickt kurz auf die Seite von Martina und Walter (https://nordsterne.blog) für weitere Info’s. Auch hier erweist sich das zusammen reisen als perfekte Symbiose und sehr effektiv: ich lasse jetzt schreiben :-).

Jede einzelne Lagune, die Geysire und Hotsprings eingebettet in die Silhouetten von Vulkanen und Gebirgszügen sind ein Kunstwerk und wir sind (wieder einmal) sprachlos. Was uns zu schaffen macht ist aber auch der Dauersturm und die Kälte, das Hubdach zu öffnen ist unmöglich, die Standheizung funktioniert sowieso nicht in dieser Höhe und so verbringen wir die Abende in der Hütte von Martina und Walter und die Nächte auf der Isomatte im Obelix. Wir starten nachts den Motor um das Wasser nicht zum gefrieren zu bringen, Walter startet morgens den Haar Fön um den versulzten Diesel wieder durch die Pumpe und den Filter zu bekommen. Bilder? Bitte sehr:

Nach 4 Tagen erreichen wir Uyuni und starten gleich durch auf den Salar de Uyuni, die größte Salzpfanne der Welt. Außer mitten in der Stadt vor der Kaserne zu übernachten gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten und so entscheiden wir zunächst noch im Dunkeln auf den Salar zu fahren und vor einem Salzhotel auf dem Parkplatz zu übernachten. Die Arbeitsteilung zwischen Dunja und mir sieht vor, dass ich den ganzen Tag fahre und Sie sich abends um die Übernachtung und den Check-In kümmert. Sie klärt die Parkplatz-Situation, kommt zurück, ich schicke Sie noch einmal mit der Frage nach einer Toilette oder einem Bad zurück und dann noch einmal mit der Frage nach einem Frühstück. Dunja ist genervt und die Dame am Check-In mitleidig, am Ende bietet Sie uns ein Zimmer mit Frühstück zu einem Spott-Preis an und so landen wir nach fast drei Monaten Reise zum ersten Mal in einem Hotelzimmer – und in was für einem!

Die Fahrt über die Salzpfanne, eine Übernachtung auf der Insel Pescado, ein Wiedersehen mit Thomas und Stefan aus der Schweiz und eine Rückfahrt quer über die Pfanne hinterlassen einerseits das komische Gefühl wieder mal sprachlos zu sein und andererseits eine Salzkruste auf dem Obelix die hart wie Beton am Unterboden und der Kabine klebt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

6 Gedanken zu “Salz-Lagunen, -Seen, -Hotels und -Krusten”