Bisher: Gute Reise!

Logbuch der „Grande San Paolo“ vom 20.08.2019:

  • Geschwindigkeit 15,5 kn
  • Position S02°35.200‘/W032°270.537‘
  • seit 12 Tagen kein Land in Sicht. „Spanisch“ Lektion 4 abgeschlossen,
  • Gelesene Bücher: Benedict Wells: „Vom Ende der Einsamkeit“, eine Liebesgeschichte und: Rachel Joyce: „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ über besagten Harold, der eigentlich nur zum Briefkasten wollte und dann 1.000 km zu Fuß läuft. Auf 750 Seiten keine zitierfähigen Weisheiten gefunden.

Wir können nicht wirklich viel berichten von den vergangenen Tagen. Wir haben uns „eingegroovt“ in das Leben auf See, die Tage vergehen wie im Flug und werden – es geht gen Westen – jeden 2-ten Tag um eine Stunde verlängert. Zu sehen gibt es außerhalb des Schiffes: nichts. Außer dass, was man vermutet: Wasser. Das Wetter ist durchgehend schön, das Meer ruhig, ab und an sieht man fliegende Fische, einmal einen Wal in einiger Entfernung, kurz hinter dem Äquator tauchen Fregatt-Vögel auf. Bester Mann der Crew bleibt weiterhin unser Koch Francesco. Keiner weiß, wie er das alles hinbekommt und ganz nebenbei am 15.08. zu Ferogostro für die Mannschaft und uns ein BBQ veranstaltet hat, bei dem es an wirklich nichts gefehlt hat. Alles was die italienische Küche zu bieten hat auf einer langen Tafel – unvergesslich.Unsere Yacht ackert sich unermüdlich durch den Atlantic, wir überqueren den Äquator (wo ist eigentlich der Kapitän, normalerweise wird so was gefeiert ….), danach nur noch 2.400 km bis zu unserem ersten Hafen: Vitoria/Brasil. Easy Living hier an Bord, alle Overlander sind sich einig, dass eine Reise nach Südamerika auf einem Frachtschiff beginnen muss. Wir planen bereits unsere Landgänge und beim Blick in unsere, und die Reiseführer der Anderen, auch die ersten Ziele in Uruguay.Zwischendurch: Rundgang auf den Decks:

Oder eine Schiffsführung:Oder mal ein Mondauf- oder Sonnenuntergang:Aber mal im Ernst: morgen ist der 21.08.2019! Wir haben vor über 3 Wochen unseren Hausschlüssel abgegeben, dem Nachbarn noch das Auto verdengelt* und sind mit flauem Magen losgefahren – was für ein unbeschreibliches Gefühl. Bis kurz vor Hannover hat im Auto eigentlich nur das Navi gesprochen und wenn wir uns selbst zugehört haben, wie wir auf Fragen etwa: „wo geht’s denn hin“ an der Tankstelle oder dem Rastplatz mit „nach Südamerika“ geantwortet haben, konnten wir es selbst kaum glauben. Auch wenn es sich verrückt anhört, aber das hatte auch etwas Befreiendes, weil wir endlich aus dem Tunnel der monatelangen Vorbereitungen herauskamen. Oft waren die Vorbereitungen genau genommen Nachbereitungen, die oft im Erklär- oder schlimmer – im Rechtfertigungsmodus abliefen. Nicht nur der Koch tut uns gut, die knapp 2 Wochen hier an der frischen Luft und die Zeit das alles sacken zu lassen tun es auch.

*) Das kann mal schön die Dunja erzählen, morgen bekommt sie die Website-Schulung von mir.

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